Wir haben eine neue Organisationsstruktur!

Wir haben am 3.3.2020 eine neue Organisationsstruktur in der Version 1.0.1 im Plenum per Konsent für 3 Monate Probe beschlossen.

Sie basiert auf Ressort-AG’s, Agilität, Konsent, fraktaler Selbstähnlichkeit, Selbst-Organisation und entpersonalisierten Hierarchien. Dabei ist sie gewiss sehr Soziokratie-ähnlich, nur etwas einfacher, generischer und skalierbarer.

Das Struktur PDF in der Version 1.0.2 findet sich hier im Anhang und kann unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-SA-4.0 genutzt werden. Wenn Ihr Euch mit Euren eigenen Vereinen und Initiativen dafür interessiert oder über vergleichbare Selbstorganisation austauschen wollt , kontaktiert uns gerne.

Unsere internen Wahlen der Plenum-AG- und  Ressort-AG-Koordinatoren finden am 17.3 online statt – sofern wir dem Corona-Virus ein digitales Schnippchen schlagen können.

@@@Koeln-Spricht.de.===Organisationsstruktur===.1.0.2

 

Der Köln Spricht Monatsrückblick beim 40. Festival der Demokratie – #ks40 – vom 6.10.2019 (!1.1.0)

Der Köln Spricht Monatsrückblick beim 40. Festival der Demokratie – #ks40 – vom 6.10.2019 (!1.1.0)

Hallo, mein Name ist Emanuel. Wie jeden Monat möchten wir auch dieses Mal das „miteinander sprechen“ mit einem gemütlichen Blick zurück beginnen, dem Monatsrückblick.

Der September 2019 war weltweit jedoch so ereignisreich, dass man ihm in 15 Minuten kaum gerecht werden kann. Das angehende Amtsenthebungsverfahren des amerikanischen Präsidenten; das nie enden wollende britische Brexit-Theater; die zunehmenden Freiheits-Proteste in Hongkong; eine ganze Serie von Science-Fiction ähnlichen Erfindungen und Entdeckungen, die wohl die Welt massiv verändern werden, etc. pp.

Deshalb möchte ich mich lieber – und mit Eurer Erlaubnis – mit etwas Tiefe statt Breite, der, aus meiner Sicht, ganz großen Nachricht des Monats September 2019 widmen. Es sind die zwei vielleicht größten Narrative der Menschheit, die das erste Mal global und auf Augenhöhe aufeinandertreffen: Das Märchen des ewigen Wachstums und der Mythos des ewigen Kreislaufs.

Auf der einen Seite erzählt uns das Märchen, dass ohne ewiges Wachstum unsere Wirtschaft zerstört würde. Auf der anderen Seite berichtet uns der Mythos, dass, wenn wir als Menschheit nicht bald erwachsen werden, unser Planet durch uns bis zur Unbewohnbarkeit zerstört wird. Ich möchte mit Euch auf insgesamt drei Orte dieser geschichtsträchtigen Begegnung von Märchen und Mythos im September 2019 zurückblicken. Vorher möchte ich aber, zum besseren Verständnis der großen Zusammenhänge, noch einen kleinen Schritt zurückgehen und Euch fragen: Wer von Euch kennt David Koch? Anfang September wurde David Koch im Alter von 79 Jahren zu Grabe getragen.

(Niemand im Publikum hebt den Arm.)

Original Niemand? Wow!

Wer also war David Koch? Einer der mächtigsten Männer des Planeten, aber kaum einer kennt ihn. Es waren lediglich er und sein Bruder, beides unfassbare Öl-Milliardäre, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten im Juni 2017 dazu gebracht haben, den Pariser Weltklima-Vertrag zu kündigen. Die Koch-Brüder investierten sogar schon seit 1991 (!) jährlich hunderte Millionen bis Milliarden Dollar in die Leugnung der Klimakatastrophe, wie der New Yorker und der Guardian jüngst berichteten. Natürlich wurden Journalisten, Wissenschaftler und Politiker weltweit mit entsprechenden Geldbeträgen versorgt. Sie haben sogar den Republikanern, die ja theoretisch konservativ sind, mit ihrem Geld und Machtstreben jede Form von konservativem Klimaschutz dauerhaft ausgetrieben.

Mit all diesem Tun haben sie seit 1991 jedoch vor allem eins verhindert: Einen globalen Preis für ihren globalen Müll. Gemeint ist ein CO2-Preis, denn dieser würde die ökologische Beschränktheit angemessen reflektieren und eine echte wirtschaftliche Beschränkung ihres Ölwachstums zur Folge haben. Wenn jemand mal eine Liste schreiben wollte mit den Hauptverursachern der Klimakatastrophe, dann müsste er die Koch-Brüder als erstes anführen. Und einer der beiden, ist jetzt tot.

Aber kommen wir nun zum ersten Schauplatz in unserem Monatsrückblick. Der 14. September auf der IAA in Frankfurt. Drinnen: 850.000 BesucherInnen mit einem Altersdurchschnitt von 34 Jahren, mittendrin im Märchen des ewigen Wachstums, immer auf der Suche nach neuen Auto-Superlativen. Draußen: 20.000 DemonstrantInnen, Altersdurchschnitt vermutlich irgendwo knapp unter 20 Jahren, demonstrieren laut und bunt im Sinne des endlichen Wachstums, für die Verkehrswende und gegen die Klimakatastrophe. Drinnen erzählt VW eines der neuesten und letzten Märchen des ewigen Wachstums und präsentiert stolz und klimabewusst den ersten seiner Art: der Porsche Taycan – Der erste Elektro-Porsche, mit dem man trotz Klimakrise dank Elektromotor einfach weitermachen und immer weiter Gas geben kann. Komplett emissionsfrei – natürlich, und dabei hat er auch noch 761 PS. Auf gut Deutsch spannt man sich also 761 Pferde vor den Karren, um damit beispielsweise durch die Ehrenstraße zu kutschieren. Ist das nicht wundervoll?

Nur leider hat die Sache einen Haken. Einen, den wir im Übrigen ebenfalls den Koch-Brüdern & Konsorten zu verdanken haben. Die Rede ist von der gängigen Desinformation: Nämlich, dass das CO2 in erster Linie von „uns“ als Konsumenten verursacht würde, etwa durch Urlaubsreisen. Dabei werden 70% des weltweiten CO2’s nicht durch Konsum, sondern bereits während der Produktion erzeugt. Mit anderen Worten: Dein persönlicher CO2-Fußabdruck ist schon zu 70% an der Ladentheke entschieden worden, egal was du kaufst. Bereits mit jedem Einkauf trägst du also bereits unwissend zu der Vergrößerung deines ökologischen Fußabdrucks bei.

„Wer von Euch mag Kopfrechnen?“ – Ich will den Haken des neuen VW Porsche Elektroautos mal mit euch durchrechnen. Einen ganz fetten Haken, den übrigens alle Elektroautos haben: Die Batterie. Sie wiegt insgesamt ca. 625kg mit einer Kapazität von 100kwh und, jetzt kommt’s, verursacht in der Produktion bis zu 20 Tonnen CO2. Beim amerikanischen Konkurrenten Tesla ist das übrigens nicht anders. Wenn wir aber das 1.5-Grad Ziel erreichen wollen, dann bleibt uns fortan noch ein CO2- Budget von ca. 2 Tonnen jährlich pro Kopf.

Wer sich also ein solches Elektroauto kauft, hat sein CO2-Budget bereits für die nächsten 10 Jahre komplett aufgebraucht, ohne auch nur einen einzigen Zentimeter gefahren zu sein. Und das nur für die Elektrobatterie, von dem Rest des Autos ganz zu schweigen. Die CO2-Bilanz eines solchen Elektroautos würde sich laut VW auch rechnerisch erst nach 10 Jahren Nutzung gegenüber einem Verbrennungsmotors rentieren. Nur leider hält die Batterie keine 10 Jahre. Wenn man das alles jetzt auf die weltweit auszutauschenden 1,3 Milliarden Autos hochrechnen würde, dann bliebe von dem globalen „Allzeit-CO2-Restbudget“ nicht mehr viel übrig. Wenn die Rede von dem CO2-Restbudget ist, dann sprechen wir von den gerade mal 380 Milliarden Tonnen CO2, die die gesamte Menschheit zukünftig noch in die Atmosphäre ausstoßen darf, nicht mehr viel übrig.

Diese einfache Rechnung beachtet aktuell aber anscheinend weder die Autoindustrie noch die Politik – oder sie können einfach nicht weiter als bis zum nächsten Quartal rechnen. Nun ja, neben der ganzen Schönmalerei hatte der Besucher auf der IAA auch noch die Gelegenheit das Märchen des ewigen Wachstums zu bestaunen: Im Fokus standen SUV’s und die Steigerung ihrer Verkaufszahlen. Aber auch diese wirtschaftliche Denke, bzw. dieses wirtschaftliche Missverständnis, würde mit Hilfe eines entsprechenden produktions-relevanten C02-Preis, der einem globalen Maßstab unterliegt, auffliegen.

Man könnte sich abschließend Fragen: Ist am Ende die E-Mobilität für die Autoindustrie das, was die E-Zigarette für die Tabakindustrie ist?

Nun komme ich zum 20. September 2019. Wo? Auf den Straßen – weltweit. Es ist etwas Bemerkenswertes passiert. Was